Burnout und Erschöpfungszustände

Es ist kein Zufall, dass viele Menschen von Erschöpfungszuständen oder Burnout betroffen sind. Die Anforderungen, die wir oder andere an uns stellen, werden in unserer schnelllebigen Zeit immer höher. In immer weniger Zeit müssen wir immer mehr erledigen. Zudem soll alles reibungslos verlaufen: Das Dinner sei perfekt, die Wohnung tip-top, das Auto stets spiegelblank, der Garten eine Idylle, die Karriereleiter hinaufgeklettert, in der Firma sei man für die Leistungen hochgelobt, die Kinder seien brav, die Nachbarn übertroffen, jederzeit habe man ein offenes Ohr und sei stets für alle mit einem Lächeln da.

Übertriebene Erwartungen und Ansprüche an uns selbst und andauernde Selbstüberlastung haben allerdings ihren Preis.

Der Weg ins Burnout

Im Lauf der Zeit schleichen sich persönliche Veränderungen ein:

  • Drang, sich selbst und anderen Personen etwas zu beweisen
  • Starkes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen erfüllen zu können
  • Überarbeitung, Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte
  • Überspielen oder Übergehen von inneren Problemen und Konflikten
  • Selbstzweifel, Hinterfragen von ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden
  • Verleugnung entstehender Probleme, Sinken der persönlichen Belastbarkeitsgrenze
  • Sozialer Rückzug und Vermeidung sozialer Kontakte
  • nach außen erkennbare Verhaltensänderungen, zunehmende Gefühle von Wertlosigkeit und zunehmende Ängstlichkeit
  • Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen Personen, zunehmendes Gefühl wie eine Maschine zu funktionieren
  • Versuche, die Gefühle von innerer Leere durch Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol, Medikamente oder Drogen erträglich zu machen
  • Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
  • Beginnende Suizidgedanken als Ausweg aus der hoffnungslosen Situation; akute Gefahr eines seelischen und körperlichen Zusammenbruchs.

Der beschriebene Ablauf vollzieht sich schleichend über Monate oder Jahre. Nicht immer treten alle Symptome in Erscheinung, auch die Reihenfolge ist individuell. Ohne Gegenmaßnahmen können am Ende jedoch völlige Erschöpfung, Mut- und Hoffnungslosigkeit stehen. Dieser Zustand wird als Burnout bezeichnet.

Vorbeugen statt heilen

Ein Burnout lässt sich vermeiden. Durch das Hinterfragen von bisher unbeachteten Verhaltensmustern und das Erlernen von Gegenstrategien kann in psychologischen Beratungssitzungen die persönliche Lebenssituation stark verbessert werden. Je früher mit der Prävention begonnen wird, umso geringer ist der nötige Aufwand.

Und wenn’s passiert ist?

Die Behandlung eines Burnouts erfolgt im Rahmen einer Psychotherapie. Der Weg aus Depression und Erschöpfung führt über das Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse, Achtsamkeit auf sich und die Signale, die Körper und Geist bei Überforderung senden. Verhaltensweisen, die in diesen Zustand geführt haben, können in einer vertrauensvollen Atmosphäre hinterfragt und durch zielführende Handlungsweisen ersetzt werden. Die Veränderung zum Positiven wird spürbar und bringt neuen Mut zur neuen persönlichen Entfaltung. Oftmals werden Dinge möglich, die vor dem Burnout undenkbar schienen.